Kleines medizinisches Wörterbuch:B

S:

sacral (Sacro-)
die Kreuzbeingegend betreffend

Sarkom
bösartiger Tumor, der im Bindegewebe entsteht, z.B. in Sehnen, Muskeln, Fett und Knochen

Satellitenherd
Nebenherd

Schleimhaut
innerste Zellschicht von Hohlorganen, z.B. des Darms

Schlingenabtragung
endoskopische – also ohne Operation mögliche – Abtragung von Darmpolypen mit einer Schlinge

Schmerzskala
Bewertungsschlüssel zur Einschätzung der Intensität, Dauer und Art von Schmerzzuständen

Schnellschnitt
Fachausdruck für die feingewebliche Untersuchung eines Tumors während der Operation; die dadurch noch während der Operation erhaltenen Informationen über das Tumorgewebe
ermöglichen eine genau angepasste operative Therapie

Schwenklappenplastik
Operationsmethode zum Wiederaufbau der Brust mit Eigengewebe; Gewebelappen aus einer anderen Körperregion werden auf die operierte Region verpflanzt. Benutzt werden z.B. Haut- und Fettgewebelappen aus der Region zwischen Rippenbogen und Nabel. Der Vorteil der Rekonstruktion mit Eigengewebe gegenüber künstlichen Implantaten liegt darin, das die neue Brust normal altert. Im Gegensatz dazu werden Frauen, die in jüngeren Jahren ein altersloses Silikonimplantat bekommen haben, mit der Zeit eine einseitige Erschlaffung der gesunden Brust feststellen.

Screening-Untersuchung
Reihenuntersuchung, die an einer großen Zahl symptomfreier Personen angewandt
wird, um eine bestimmte Krankheit bei einer breiten Bevölkerung festzustellen

Sedierung
Einschränkung der Wahrnehmung und Wachheit mit Hilfe von Medikamenten

Seeds
kleine, radioisotopenhaltige Nadeln oder Körner, die bei der inneren Bestrahlung zum Einsatz kommen

Segment
Abschnitt, Teilstück

Sekret
von Zellen abgesonderte Flüssigkeit



Sekretolyse
Schleimlösung

Sekundärprävention
vorbeugende Maßnahmen, um das Risiko einer Wiedererkrankung zu verringern

sekundär
an zweiter Stelle

semi-maligne
beschränkte Bösartigkeit

Sentinel-Lymphknoten
Mit Sentinel-Lymphknoten (Wächterlymphknoten) bezeichnet man den ersten Lymphknoten, der einen Tumor drainiert. In über 95 Prozent aller Fälle ist dieser Lymphknoten als erster vom Tumor befallen, wenn es zu einer lymphogenen Ausbreitung des Krebses gekommen ist. Seine Entfernung und feingewebliche Untersuchung soll dem Chirurgen darüber Auskunft geben, ob noch weitere Lymphknoten entfernt werden müssen.

Sepsis
durch Mikroorganismen bedingte, den ganzen Körper einbeziehende Infektion

Serotonin
Hormon

Serum
der klare Anteil jeder Körperflüssigkeit, die von ihren Zellbestandteilen getrennt wurde; bezieht sich in der Regel auf das Blutserum, der Flüssigkeit, die übrig bleibt, wenn man Blutkörperchen und Gerinnungsproteine entfernt hat

Shunt
Kurzschlussverbindung zwischen Blutgefäßen

Shunt-Ventil
operativ angelegte Schleimhautverbindung („Rohr“) zwischen der Schluckstraße
(Hypopharynx, Speiseröhre) und der Luftröhre, die wie ein Ventil funktionieren soll

Sigma
s-förmiger Dickdarmteil vor dem Mastdarm

Sigmoidoskopie
endoskopische Untersuchung der letzten 40 bis 50 cm des Dickdarms oberhalb des Afters

signifikant
bedeutsam; statistisch gesicherter Unterschied

Silikonimplantat
Wenn die Brustrekonstruktion nicht ausreichend mit körpereigenem Gewebe durchgeführt werden kann, werden künstliche Einsätze (Implantate) zur Füllung und Formung des Brustkörpers verwendet. Silikon gilt als besonders elastisch und haltbar.

Sinterung
Einsinken von Wirbelkörpern

Skalpell
kleines chirurgisches Messer mit feststehender Klinge

Skrotum
Hodensack

somatisch
den Körper betreffend

somatische Zelle
jede Körperzelle, die keine Ei- oder Samenzelle ist

Sonographie
Ultraschalluntersuchung; bildgebendes Verfahren, bei dem energiereiche Schallwellen durch Gewebe, Tumore, Blutgefäße oder Knochen in unterschiedlicher Weise reflektiert werden; kann auch in Kombination mit anderen Verfahren (Mammographie) zur Diagnose oder zur
Verlaufsbeobachtung eingesetzt werden

Spastik
krampfartig erhöhte Anspannung der Skelett- oder auch Eingeweidemuskulatur

SPECT
Abkürzung für Single-Photon-Emissions-Computertomographie

Spezifität
in der Immunologie die Gesamtheit aller Eigenschaften, die für eine Materie
kennzeichnend ist; auch das Ausgerichtet sein auf etwas Bestimmtes

Spiegelung
Untersuchungsverfahren, bei dem durch ein flexibles Rohr mit Faseroptik und Kaltlichtquelle innere Organe wie Speiseröhre oder Luftröhre betrachtet werden

Spirometrie
Bestimmung von Messgrößen der Atmung

Splenektomie
operative Entfernung der Milz

Spontanremission
Hiervon spricht man zum Einen, wenn sich ein bösartiger Tumor spontan, ohne dass eine Therapie erfolgt ist, ganz oder teilweise, vorübergehend oder dauerhaft zurückbildet. Von Spontanremission spricht man auch, wenn dieser Krankheitsverlauf sich durch eine eingeschlagene Behandlung nicht schlüssig erklären läßt. Die Spontanremission wird
auch als “unerwartete Genesung” bezeichnet. Diese Fälle sind jedoch relativ
selten (20 - 30 Fälle weltweit pro Jahr). Es gibt Krebserkrankungen, bei denen diese Spontanremissionen besonders häufig beobachtet werden, so z.B. beim kindlichem Neuroblastom, dem Melanom, dem Lymphom und dem Nierenzellkarzinom.

Spurenelemente
gehören wie die Mengenelemente zu den Mineralstoffen und sind an lebenswichtigen Abläufen im Organismus beteiligt, z.B. Eisen, Jod, Mangan, Selen, Zink

Sputum
Auswurf; Gesamtheit der Sekrete der Luftwege
Stachelzellkarzinom
Hautkrebsart, die vorwiegend an Körperpartien entsteht, die UV-Strahlung ausgesetzt sind

Stadieneinteilung (Staging)
Bei bösartigen Tumoren wird die Ausbreitung innerhalb des Entstehungsorgans in die Nachbarorgane und in andere Organe festgelegt, wobei die Größe des ursprünglichen Tumors (Primärtumor), die Zahl der befallenen Lymphknoten und die Metastasen formelhaft
erfasst werden (--> TNM-Klassifikation, --> Grading).

Stammzellen
sogenannte Vorläuferzellen aller Blutzellen

Stammzelltherapie
Man unterscheidet zwischen allogener und autologer Stammzelltherapie: bei der allogenen Stammzelltherapie stammen die transplantierten Stammzellen von einer anderen Person, wohingegen bei einer autologen Stammzelltherapie die Zellen von dem Patienten selbst entnommen wurden.

Standard-Therapie
die anerkannte und angewandte Behandlungsmethode, deren Wirksamkeit sich in den vorangegangenen Therapie-Studien gezeigt hat

Stanzbiopsie
Entnahme eines Gewebszylinders zu diagnostischen Zwecken

stationär
im Krankenhaus

statistische Signifikanz
aufgrund statistischer Gesetze gesicherter Unterschied zwischen zwei Dingen (z.B. Behandlungsmethoden)

Stenosen
Verengung von Hohlorganen oder Gefäßen, z.B. durch eine Geschwulst hervorgerufene Verengung des Magens

Stent
Röhrchen zur Offenhaltung von Hohlorganen (z.B. Bronchien, Gallengängen)

Sterilität
Unfruchtbarkeit

Sternalpunktion
Entnahme von Knochenmark mit einer speziellen Hohlnadel aus dem Brustbein

Sternum
Brustbein

Stigma
Kennzeichen, Mal, Brandmal – auch im übertragenen Sinne

Stimulation
Anregung

Stoffwechsel
Gesamtheit der Vorgänge, die dem Auf-, Um- und Abbau von Körperbestandteilen dienen, wie Atmung, Verdauung, Umsetzung in den Zellen

Stoma
eine chirurgisch hergestellte Öffnung, z.B. ein künstlicher Darmausgang in der Darmwand, der zur Ableitung des Darminhalts dient, wenn der normale Darmausgang wegen Verletzung oder Operation nicht zur Verfügung steht

Stomatherapeut
Spezialist, der Menschen mit künstlichem Ausgang, beispielsweise Darmausgang, betreut

Strahlenfibrose
krankhafte Bindegewebsvermehrung

Subcutis
und Verhärtung des Gewebes als Folge einer Strahlenbehandlung

Strahlentherapie
Anwendung energiereicher Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen; je nach Art der eingesetzten Strahlen unterscheidet
Strahlentherapie
Anwendung energiereicher Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen; je nach Art der eingesetzten Strahlen unterscheidet man zwischen Röntgen-, Telekobalt- und Neutronentherapie

Stress
Stress ist der Oberbegriff für Belastung. Wird diese Belastung positiv erlebt, spricht man von Eustress, wird sie negativ erlebt, spricht man von Disstress oder negativem Stress. Negativ wird Stress dann empfunden, wenn der Mensch sich akut, mittelfristig odere langfristig den Anforderungen von außen (Umwelt) oder innen (eigene Anforderungen) nicht mehr gewachsen fühlt. Er fühlt sich “gestresst”.

Striktur
Lichtungseinengung eines Hohlorgans durch krankhafte Veränderungen

Studie
wissenschaftliche Untersuchungen unter vorher genau festgelegten Bedingungen; kann die Prüfung der Wirksamkeit einer Behandlungsmethode oder eines Medikaments, einer Diagnostik, Prävention oder Risikofaktoren betreffen

Subcutis
Unterhaut mit Fettgewebe; darüber liegen Leder- und Oberhaut

subkutane
Applikation

subkutane Applikation
Spritzen von Medikamenten in das Unterhautfettgewebe

Sublingualtablette
Tablette, die man unter der Zunge zergehen läßt

Symptom
Krankheitszeichen



submukös
unter der Schleimhaut

subtotal
fast komplett

Suppositorium
Zäpfchen

suprapubisch
über der Schamgegend liegend

supravesikal
oberhalb der Harnblase

symptomatisch
nur am Beschwerdebild, nicht an der Ursache orientierte Handlung

Syndrom
Gruppe von Krankheitszeichen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild mit meist uneinheitlicher oder unbekannter Entstehungsursache oder Entwicklung charakteristisch ist

systemisch
ein Organsystem betreffend; Gegensatz zu „lokal“



Szintigraphie
wichtiges bildgebendes Verfahren in der Tumordiagnostik; schwach radioaktive Substanzen werden nach der Verabreichung kurzfristig im Gewebe gespeichert und lassen dort krankhafte Veränderungen erkennen