Kleines medizinisches Wörterbuch:B

R:

Radiatio
Strahlentherapie

Radikaloperation
totale Entfernung einer Krebsgeschwulst; wird in der Gynäkologie z.B. benutzt für die vollständige Entfernung der Gebärmutter samt Eierstöcken

Radikalimmunoassay
empfindliche Labormethode, mit der die Immunabwehrkraft eines Körpers durch radioaktive Substanzen geprüft wird

Radiojodszintigraphie
(--> Szintigraphie)

Radiologie, Radiologe
Lehre von den Strahlen und ihrer medizinischen, besonders diagnostischen
und therapeutischen Anwendung; ein Radiologe ist der Facharzt für Röntgenologie
und Strahlenheilkunde

Radioonkologe
Facharzt, der sich auf die Strahlenbehandlung von Krebskrankheiten spezialisiert hat

Radiotherapie
Anwendung ionisierender Strahlen; hierbei werden grundsätzlich sehr viel höhere Strahlendosen notwendig als bei der Anfertigung eines Röntgenbildes zu diagnostischen Zwecken; unterschieden wird zwischen interner Strahlentherapie („Spickung“ mit radioaktiven Elementen) und externer Strahlentherapie, bei der ein Patient in bestimmten, genau festgelegten Körperregionen von außen bestrahlt wird

Randomisierung
zufällige, unvoreingenommene Auswahl, z.B. Zuteilung von Patienten auf verschiedene
Therapieformen nach dem Zufallsprinzip

Reduktion
Verminderung

Reflux
Rückfluss von saurem oder galligem Verdauungssekret in den Restmagen bzw. in die Speiseröhre

Regression
Rückbildung; das Schrumpfen oder Verschwinden eines Krebsherdes

Rehabilitation
alle medizinischen, psychotherapeutischen, sozialen und beruflichen Maßnahmen,
die eine Wiedereingliederung der Patienten in Familie, Gesellschaft und Berufsleben zum Ziel haben; diese Maßnahmen sollen es den Patienten ermöglichen, besser mit krankheitsbedingten Problemen fertig zu werden

Rekonstruktion
Wiederherstellung eines zerstörten Gewebsteiles
Rekonvaleszenz
Genesungs- und Wiederherstellungsphase

rektal
den Enddarm betreffend

rektale Applikation
Gabe von Arzneimitteln in den Mastdarm

Rektosigmoidoskopie
Spiegelung des Rektums und des Sigma

Rektoskopie
Spiegelung des Mastdarms; Betrachtung der Mastdarmschleimhaut durch ein biegsames Rohr mit optischem System

Rektum
Mastdarm; Endstück des Dickdarms

Remission
Rückbildung von Krankheitszeichen, z.B. eines Tumors; Remission ist nicht gleichbedeutend
mit Heilung. Unter der Nachweisgrenze kann die Erkrankung noch aktiv sein und zu einem Rückfall führen. Man unterscheidet zwischen der kompletten Remission, bei der kein
Tumor mehr nachweisbar ist und der teilweisen (partiellen) Remission, bei der zwar nicht alle, aber viele Tumoranzeichen beseitigt sind.

Remissionsinduktion
Einleiten einer Remission

Remissionsrate
Anteil erfolgreich behandelter Patienten einer Untersuchungsgruppe, wenn eine Tumorverkleinerung (partielle Remission) oder die vollständige Rückbildung (komplette
Remission) des Tumors erzielt wurde

Resektion
operative Entfernung von kranken Organteilen

Resistenz
Widerstandsfähigkeit, z.B. auch von Krankheitserregern gegen Antibiotika

Resorbieren / Resorption
Aufnehmen von Wasser und darin gelösten Stoffen aus dem Darminneren in das Blut

retardiert
verlängernd, verzögernd

Retardpräparat
Medikament mit verzögerter Wirkstofffreisetzung, auch „Depotpräparat“

Rezeptor
genannt. Die Freisetzung des Wirkstoffes erfolgt gesteuert und unverändert über einen längeren Zeitraum.

Retikulum
Netzwerk, besonders innerhalb der Zellen

Retinoblastom
seltene, teilweise erbliche Geschwulst der Augennetzhaut, tritt vor allem bei jungen Menschen auf

Retroperitonealbereich
der hinter dem Bauchfell gelegene Bauchraum

retrospektiv
rückbildend, rückschauend

reverse Transkriptase
Enzym, das für die Synthese des genetischen Materials bei Viren u.a. notwendig
ist; leistet die Rückübersetzung der Virus-RNS in eine komlementäre DNS, die dann die Erbinformation der Wirtszelle verändert und dadurch bösartige Entwicklungen einleiten kann

reversibel
umkehrbar

Rezeptor
Signaleinrichtungen auf und in Körperzellen, an die bestimmte Botenstoffe (beispielsweise Hormone) „andocken“ können

Rezidiv
erneutes Auftreten eines Tumors nach vorheriger Behandlung; man unterscheidet
zwischen Lokalrezidiv und Metastasen

rezidivfreie Krankheitsintervalle
Zeitraum bis zum Auftreten neuer Tumorherde

Rhabdomyosarkom
seltener Tumor des quergestreiften Muskelgewebes; meistens bei Kindern und Jugendlichen

Ribonukleinsäure
(--> RNS)

Ribosomen
körnchenförmige Gebilde der Zellen, die RNS enthalten

Riesenzellsarkom
Knochentumor, dessen Kennzeichen Riesenzellen mit mehreren Zellkernen sind

Risiko-Nutzen-Verhältnis
das Verhältnis zwischen Risiken und Vorteilen einer Behandlung; die Risiken müssen immer in einem vertretbaren Verhältnis zu den erwarteten Vorteilen stehen

RNS
Ribonukleinsäure; eine der zwei Nukleinsäuren (neben DNS) in allen lebendigen Zellen; beide üben die primäre Kontrolle über die Lebensprozesse
aller biologischen Organismen aus



Röntgenkontrastmittel
Hilfsmittel, die in den Körper eingebracht werden, um Körperräume oder Organe im Röntgenbild besser darstellen zu können

Röntgenpass
freiwillig geführtes Nachweisheft über durchgeführte Röntgenaufnahmen; kann bei Krankenkassen angefordert oder abgeholt werden und soll vor unnötigen Röntgenaufnahmen schützen, da der Arzt dadurch in der Lage ist, ggf. auf vorliegende Filme zurückzugreifen