Kleines medizinisches Wörterbuch:B

L:

Läsion
gestörtes Gewebe, hier: Bereich der Tumorausbreitung

Laktovegetabil
Ernährung, die sich aus Milchprodukten und Pflanzenkost zusammensetzt

Laparaskopie
Besichtigung der Bauchhöhle mit einem Spiegelinstrument (Endoskop); es wird durch die Bauchdecke eingeführt

Laparatomie
operative Öffnung der Bauchhöhle zur Entnahme von Gewebsproben für diagnostische
Zwecke

Laryngektomie
operative, häufig gesamte Entfernung des Kehlkopfes nach Kehlkopfkrebs

Laryngoskopie
Kehlkopfspiegelung; Untersuchung des Kehlkopfes mit Hilfe von Spiegeln (indirekte
Laryngoskopie) oder durch Einführen eines Laryngoskops (direkte Laryngoskopie)

Laserbestrahlung
Laserstrahlen sind gebündeltes, sehr energiereiches Licht. In der Medizin wird
Laserlicht zum Verschmelzen oder Aufschmelzen von Gewebe („Lichtmesser“) angewandt.

latent
verborgen, versteckt, ohne Symptome verlaufend

LDH (Laktatdehydrogenase)
Enzym, das bei Tumoren, Blutzerfall, Herzinfarkt und anderen Krankheiten erhöht im Blut gefunden wird

Letalität
Maß für die Tödlichkeit einer bestimmten Erkrankung bezogen auf 100 Erkrankte (Angaben in Prozent)

Lethargie
Teilnahmslosigkeit

Leukämie
Krebserkrankung des blutbildenden Systems; betrifft vor allem das Knochenmark und die Lymphknoten. Sie ruft in der Regel eine Überproduktion von weißen Blutkörperchen hervor. Man unterscheidet zwischen akuten Leukämieformen, die schnell und heftig auftreten,
und chronischen, die langsam fortschreiten.

Leukopenie
Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut

Leukoplakie
weißliche Veränderung der obersten Zellschicht der Schleimhaut; eine Leukoplakie kann sowohl gutartigen als auch bösartigen Gewebeänderungen entsprechen
Leukozyten
weiße Blutkörperchen; werden in verschiedene Formen unterteilt, u.a. in Lymphozyten; übernehmen bestimmte Funktionen im Immunsystem

LH-RH
Abkürzung für Luteinisierendes Hormon-Releasing-Hormon. Dieser körpereigene
Botenstoff regt die Bildung von männlichen Hormonen (Androgene) in den Hoden an. LH-RH-Analoga sind Medikamente, die dem natürlichen Hormon ähneln. Sie verdrängen den
Botenstoff und verhindern auf diese Weise die Bildung von Androgenen.

Linearbeschleuniger
Anlage zur Erzeugung hochenergetischer Elektronen (ultraharte Röntgenstrahlen)

Lipom
Fettgewebsgeschwulst

Liquor
Nervenwasser; umspült das gesamte Gehirn und das Rückenmark und befindet sich auch im Inneren des Gehirns, füllt die Gehirnkammern aus

Lobektomie
Entfernung eines Lungenlappens

lobuläres Karzinom
Tumor, der aus Gewebe der Brustdrüsenläppchen hervorgeht

Logopädie
Logopäden sind Spezialisten für die Behandlung von Stimm-, Sprach- und Sprechstörungen, u.a. auch für die Erlernung der Ersatzstimme.

lokal
örtlich

Lokalanästhesie
örtliche Betäubung

lokalisieren
den Standort bestimmen

Lokalrezidiv
erneutes Auftreten eines Tumors an einer bereits vorher behandelten Stelle

Lumbalpunktion / Liquorpunktion
Einstich in den Wirbelkanal (zwischen dem 3. und 4. oder 4. und 5. Lendenwirbel-Dornfortsatz) für die Entnahme von Flüssigkeit (Gehirnwasser, Liquor cerebralis) zur Untersuchung der Zellen und/oder zur Einträufelung (Instillation) von Medikamenten in den Lumbalkanal

Lumpektomie
brusterhaltende Operation, bei der nur das Tumorgewebe inklusive eines sogenannten Sicherheitsraums entfernt wird

lymphatisch
mit Lymphe und Lymphknoten zusammenhängend
Lymphdrainage
spezielle Behandlungsform des Lymphödems; die angestaute Lymphe wird durch vorsichtiges Ausstreichen zum Abfließen gebracht

Lymphe
trübe, hellgraue Flüssigkeit, die aus weißen Blutzellen, Antikörpern und bestimmten Nährstoffen besteht und im gesamten Körper zirkuliert

Lymphknoten
Die Lymphknoten sind an zahlreichen Stellen des Körpers (Lymphknotenstationen)
Filter für das Gewebswasser (Lymphe) einer Körperregion. Die oft verwendete Bezeichnung Lymphdrüse ist falsch, da die Lymphknoten keinerlei Drüsenfunktion besitzen. Die Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des Immunsystems.

Lymphknotenstatus/-befall
Anzahl der Lymphknoten, in denen Krebszellen nachgewiesen werden konnten; der Verlauf der Krebserkrankung ist u.a. davon abhängig

Lymphödem
Anschwellen eines Körperteils durch einen Abflussstau der Lymphe; er kann durch Operationsnarben oder durch Tragen von enganliegender Kleidung entstehen aber auch eine Tumorneubildung anzeigen; Sonnenbaden und Sauna können das Lymphödem verstärken

Lymphom
jede Geschwulst des Lymphgewebes, egal ob gutartig oder bösartig

Lymphome, maligne
Erkrankungen des lymphatischen Systems; es handelt sich um verschiedene Lymphkrebsarten, die ganz unterschiedliche biologische Eigenschaften besitzen und in zwei Hauptgruppen unterteilt werden:
Morbus Hodgkinund
Non-Hodgkin-Lymphome

Lymphozele
Komplikation, die gelegentlich nach radikaler Entfernung der Lymphknoten auftreten kann: Austritt von Lymphe aus den durchtrennten Lymphgefäßen in die Wundhöhle (z.B. in Achselhöhle, Leistenregion, Becken)

Lymphozyten
Zellbestandteile des Blutes (gehören zu den Leukozyten) und Bestandteile des Immunsystems; dienen der Abwehr von Krankheiten und körperfremden Stoffen

Lymphsystem
dient als Filteranlage gegen körperfremde Stoffe und ist darüber hinaus an der Spezialisierung der Lymphozyten beteiligt

lytische Läsion
zerstörtes Knochenareal, das sich im Röntgenbild als dunkler Fleck zeigt, sobald eine gewisse Menge gesunden Knochens aufgelöst worden ist; lytische Läsionen ähneln Löchern im Knochen und deuten darauf hin, das der Knochen durch den Krebsbefall geschwächt oder instabil geworden ist