Kleines medizinisches Wörterbuch:B

K:

Kachexie
Auszehrung; allgemeiner Ernährungsmangel zum Beispiel infolge einer fortgeschrittenen
Krebserkrankung mit Abnahme des Körpergewichts um mehr als 20 Prozent des Sollgewichtes, kann im Extremfall lebensbedrohlich sein (Kräfteverfall)

Kältechirurgie
Zerstörung von Gewebe wie z.B. Tumorgewebe durch Kälte, wobei die betreffende Stelle über wenige Sekunden beispielsweise mit flüssigem Stickstoff behandelt wird

Kältetherapie
Vereisung zum Betäuben oder Abtöten von Gewebe; die Behandlung wird häufig bei gutartigen Adenomen, wesentlich seltener jedoch bei Karzinomen, angewandt

Kanzerogene
Stoffe, die Krebs hervorrufen können; Kanzerogene können von außen in den Körper gelangen oder von unserem Körper aus harmlosen Einzelsubstanzen zusammengesetzt werden

Kapselfibrose
mögliche Reaktion des Gewebes, körpereigenes Gewebe einzukapseln (z.B. Hämatome) mit dem Ziel, den Körper zu schützen; derartige Kapselfibrosen können auch bei prothetischem Ersatz, z.B. Brustprothesen auftreten. Eine Lösung ist, die Kapsel in einem erneuten operativen Eingriff zu sprengen. Gelingt dies nicht, muss das Implantat wieder entfernt werden.

Karnofsky-Index
onkologischer Maßstab, der den Allgemein- und Kräftezustand des Patienten und die Einschränkungen der körperlichen und sozialen Fähigkeiten im Alltagsleben durch die Erkrankung beschreibt. Die Erfassung erfolgt in einer Skala von 0 bis 100 Prozent. Ein Index von 100 Prozent entspricht einer uneingeschränkten Aktivität, von 70 Pozent einer Arbeitsunfähigkeit bei selbstständiger Versorgung und von 40 Prozent der Pflegebedürftigkeit.

Karzinogene
krebsfördernde, -auslösende Substanzen

Karzinogenese
schrittweise Entstehung von Krebs in zeitlicher wie auch in ursächlicher Hinsicht

Karzinom
bösartiger Tumor, der in den Epithelgeweben entsteht, z.B. in der Haut, den Schleimhäuten, der Lunge

Karzinoma in situ
feingeweblicher Befund eines frühen Karzinoms noch ohne invasives Wachstum,
früheste Stufe einer Krebserkrankung

Karzinoid
sehr langsam und (wenn überhaupt) oft spät metastasierender Tumor; Vorkommen z.B. in Lunge oder Darm, aber auch anderen Lokalisationen



Katheter
röhren- oder schlauchförmiges, starres oder biegsames Instrument zum Einführen in Hohlorgane

kausal
ursächlich

Keimdrüsen
Eierstöcke und Hoden

Keimzellen
Eizellen und Spermien

Keimzelltumoren
sie gehen von den Keimdrüsen (Eierstöcke oder Hoden) aus

Kernspintomographie (NMR)
bildgebendes Untersuchungsverfahren ohne Strahlenbelastung: Ein von außen um den Körper erzeugtes starkes, aber ungefährliches Magnetfeld veranlasst die körpereigenen Wasserstoffatome, Signale zurückzusenden. Diese können vom Computer zu einem Bild des Körperinneren zusammengesetzt werden.

Killerzellen
bei der spezifischen Immunabwehr beteiligte Zellen, die in der Krebsabwehr eine besondere Rolle spielen

Klimakterium
Wechseljahre; Menopause; Lebensphase, in der die Funktion der Eierstöcke und somit die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau allmählich erlischt

klinisch, klinischer Versuch
„klinisch“ bedeutet, auf die Anwendung am Menschen bezogen

Klistier / Miniklistier
Abführmittel mit Wirkung auf den Enddarm

Knochenmark
in jedem Knochen gelegene Produktionsstätte für im Blut zirkulierende Blutzellen; man unterscheidet die Blutzellen in:
rote Blutkörperchen (Erytrozyten) = Sauerstofftransport;
weiße Blutkörperchen (Leukozyten) = Abwehrzellen; Blutplättchen
Thrombozyten) = Blutstillung/ Gerinnung

Knochenmarkbiopsie
Entnahme von Gewebe aus dem Knochenmark zur Untersuchung unter dem Mikroskop

Knochenmarkdepression
durch Chemotherapie bedingte Schädigung des Knochenmarks, die fast immer heilbar (reversibel) ist; die Dauer der Knochenmarkdepression, die mit einer erhöhten Infektions- und Blutungsgefahr einhergeht, ist abhängig von der Art der Therapie

Knochenmarkpunktion
Entnahme von Knochenmark mittels einer geeigneten Hohlnadel; erfolgt entweder
aus dem Brustbein oder dem Beckenknochen
Knochenmarktransplantation
Übertragung von Knochenmark; grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Übertragung eigenen Knochenmarks (autologe Knochenmarktransplantation) und der eines Fremdspenders (allogene Knochenmarktransplantation)

Knochenmetastasen
Sie entstehen durch Tumorzellen, die meist über den Blutkreislauf im Körper gestreut wurden und sich dann im Knochenmark angesiedelt haben. Sie verursachen oft erhebliche Schmerzen und den Knochenabbau, so dass sie unbedingt behandelt werden müssen
(und können).

Knochenszintigraphie
Untersuchung des Knochengerüstes mit Hilfe einer strahlenden Substanz; diese wird dem Körper zugeführt, sie verteilt sich danach im Körper, und die Verteilungsdichte wird mit einem Abtastgerät aufgenommen

Kokarzinogen
eine Substanz in der Umwelt, die mit anderen Faktoren (chemischen, biologischen oder physikalischen) zusammenwirken und Krebs hervorrufen kann

Kolektomie
Entfernung des Dickdarms

Koliken
krampfartige Leibschmerzen

Kolitis
Entzündung des Dickdarms

Kolon
mittlerer und größter Abschnitt des Dickdarms; wird aber auch als Bezeichnung für den gesamten Dickdarm einschließlich Blind- und Mastdarm verwendet

Kolonkarzinom
Dickdarmkrebs

Kolonkontrasteinlauf
röntgenologische Untersuchung des Dickdarms nach Einfüllen eines Kontrastmittels
über den After und dosiertes Aufblähen des Darms mit Luft

Kolonmassage
Form der Streichmassage zur Unterstützung der Darmtätigkeit

kolorektales Karzinom
bösartige Geschwulst im Bereich von Dickdarm und Mastdarm

Koloskop
Gerät zur direkten Untersuchung des Dickdarms

Koloskopie
Darmspiegelung; endoskopische Untersuchung der Dickdarmschleimhaut mit Hilfe eines beweglichen Schlauches, in dem ein optisches System und häufig eine kleine Zange zur Entnahme von Gewebeproben stecken (--> Endoskop)
Kolostoma
auch Kolostomie; künstlicher Darmausgang; chirurgisch hergestellte Verbindung zwischen Dickdarm und Bauchwand; dient zur Ableitung des Darminhalts, wenn der natürliche Darmausgang vorübergehend oder dauerhaft ausfällt

Kolostomiebeutel
Plastikbeutel zum Aufnehmen des Stuhls bei einem künstlichen Ausgang des Dickdarms

Kolposkop
Betrachtung des Muttermundes durch ein Vergrößerungsglas

Kombinationstherapie
Kombination mehrerer Verfahren bei der Behandlung eines Patienten.

Komplikation
Schwierigkeit, ungünstige Beeinflussung oder Verschlimmerung eines normalerweise
überschaubaren Krankheitszustandes, eines chirurgischen Eingriffs oder eines biologischen Prozesses durch einen unvorhergesehenen Umstand

Konditionierung
Vorbereitung eines Patienten auf die Knochenmarktransplantation in Form einer hochdosierten Chemotherapie und ggf. Ganzkörperbestrahlung

Konisation
ein kegelförmiger Teil des Gebärmuttermundes (Zervix) wird chirurgisch entfernt und dann mikroskopisch untersucht; dient dazu, die Ausdehnung und Tiefe eines Tumors zu bestimmen

Kontinenz
Verschlussfunktion des Schließmuskels (Darm, Blase) bei regelrechter Funktion

Kontraindikation
Umstand, der eine medizinische Maßnahme verbietet (absolute Kontraindikation) oder nur unter strenger Abwägung von Notwendigkeit und Risiko erlaubt (relative Kontraindikation)

Kontrastmittel
Substanz, die bei der bildlichen Darstellung von inneren Organen in das Venensystem, in eine Körperhöhle oder in ein Hohlorgan (z.B. Darm) eingespritzt wird, wenn der natürliche
Bildkontrast zu schwach wäre, um die wichtigsten Unterschiede zu erkennen

Kontrollierte Studie
Durchführung (z.B. eines Behandlungsprogramms) unter Berücksichtigung aller
möglichen beeinflussenden Faktoren und mit standardisierter Dokumentation

Koronararterien
arterielle Kranzgefäße des Herzens

Koronarsklerose
Verengung oder Verschluss eines oder mehrerer Äste der Koronararterien durch Arteriosklerose; häufigste Ursache der Durchblutungsstörungen am Herzen

Körperzellen
die kleinsten Baueinheiten des Körpers; sie sind so klein, dass man sie nur unter
dem Mikroskop sehen kann

Kortikosteroide
Stoffe, die Entzündungen im Körper bekämpfen; kommen natürlich im Körper vor, können aber auch synthetisch hergestellt werden

Krebs
unkontrolliertes Wachsen von Körperzellen, hat bei Nichtbehandlung sehr oft tödliche Folgen; Krebserkrankungen führen in der Regel zu Tumoransiedlungen, die in das normale Gewebe eindringen. Im weiteren Verlauf bilden sich häufig Metastasen.

Kryochirurgie
Kältechirurgie
kurative Therapie
Therapie, die die Heilung der Patienten zum Ziel hat